„Bayerische Innenstädte und Ortskerne nachhaltig als attraktive Standorte weiter entwickeln und langfristig sichern.“


Gerade für die bayerischen Innenstädte und Ortszentren kommt dem ganzheitlichen Planen und Bauen sowohl beim Bauen im Bestand als auch beim Neubau eine stetig wachsende Bedeutung zu. Die Menschen erwarten heute, dass sie in ‚ihrer Stadt‘ umfassend versorgt werden und gesund und zufrieden leben können. Sowohl die technischen als auch die sozialen Infrastrukturen müssen vorhanden sein und zuverlässig funktionieren. Das heißt, dass vom Einzelhandel über schulische und kulturelle Angebote bis hin zur bürgernahen Verwaltung eine Kommune heute innerstädtisch alles bieten muss, um lebenswert zu sein und um im Wettbewerb der Standorte bestehen zu können.


In gleichem Maße, wie sich die Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger weiter entwickeln, ändern sich auch die Anforderungen an Strukturen und Konzepte von Gebäuden, Quartieren, Verkehrsnetzen sowie Ver- und Entsorgungs-
einrichtungen. Neben der Funktionalität, der Ästhetik, der Standsicherheit und der Wirtschaftlichkeit stehen zunehmend Anforderungen an die Sicherheit, aber auch an Ressourcen-
schonung, Energieeffizienz sowie weitere ökologische Aspekte im Mittelpunkt.


Um die bayerischen Innenstädte und Ortskerne nachhaltig als attraktive Standorte weiter zu entwickeln und langfristig zu sichern, brauchen wir vor allem Respekt vor unserem baulichen Erbe und Rücksicht auf die individuellen sozialen und wirtschaftlichen Gegebenheiten. Für die Stadt der Zukunft gilt es also, vieles zu berücksichtigen und aufeinander abzustimmen: eine zunehmend komplexe Infrastruktur, die den digitalen Anforderungen gerecht wird, die voran-
schreitende Urbanisierung der Städte, die Nachverdichtung der Flächen, die steigende Forderung nach alters- und behindertengerechtem Wohnen und der Wunsch nach Mobilität in allen Lebensphasen.


Stadtplanung und -entwicklung setzen den Rahmen für öffentliche und private Planungen und Investitionen in Städten, Märkten und Gemeinden durch eine Steuerung der Nutzungsarten, der Infrastruktur und durch Regelungen der baulichen Gestaltung. Das funktioniert nur, wenn alle Beteiligten Hand in Hand arbeiten und auf Augenhöhe miteinander kommunizieren. Dabei ist die am Sozialwohl orientierte Abwägung aller öffentlichen und privaten Belange von entscheidender Bedeutung. Dazu gehört eine sachgerechte Beteiligung aller Betroffenen. Beim Bauen können interdisziplinäre Wettbewerbe das Ergebnis verbessern. Durch die Interdisziplinarität können Bauherren und Nutzer gezielt die beste Lösung finden, weil bereits frühzeitig alle wesentlichen Themen angemessen berücksichtigt werden.


Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau begrüßt und unterstützt daher die Initiative der Obersten Baubehörde  ‚Leben findet Innenstadt‘ ausdrücklich. Gerne vermittelt sie bei fachlichen Fragen Ansprechpartner aus allen Tätigkeits-
bereichen der Ingenieure im Bauwesen.




Prof. Dr.-Ing. Norbert Gebbeken
Präsident
Bayerische Ingenieurkammer-Bau






Ansprechpartner:
Jan Struck
Telefon 089 419 434-0

 

Stand 2016